Gruppenausfahrt mit dem Motorrad: Tipps für Organisatoren und Mitfahrer
Gemeinsam zu fahren macht Spaß: schöne Strecken, Pausen im Café, Gespräche am Parkplatz. Damit die Ausfahrt für alle entspannt bleibt, braucht es etwas Planung und ein paar Regeln, die jeder kennt. Diese Tipps haben sich in vielen Crews bewährt.
Vor der Tour: Planung
Route an der Gruppe ausrichten
Die Strecke sollte zu den schwächsten Fahrerinnen und Fahrern der Gruppe passen, nicht zu den schnellsten. Plane Pausen etwa alle ein bis zwei Stunden ein, außerdem Tankstopps – die Maschine mit der kleinsten Reichweite bestimmt den Takt. Es hilft, die Route vorab zu teilen, damit jeder sie aufs Navi laden kann.
Gruppengröße
Große Gruppen sind schwer zusammenzuhalten, blockieren Ortsdurchfahrten und werden an Ampeln auseinandergerissen. Bewährt haben sich Gruppen von etwa fünf bis acht Motorrädern. Bei mehr Teilnehmern teilt man besser in mehrere Gruppen mit jeweils eigener Führung auf, die mit einigem Abstand losfahren.
Rollen verteilen
Jede Gruppe braucht einen Guide, der die Strecke kennt und vorne fährt, und einen Schlussfahrer, der als Letzter fährt, niemanden zurücklässt und bei Pannen hilft. Beide sollten erfahren sein und die Telefonnummern der Teilnehmer haben.
Am Treffpunkt: das Briefing
Fünf Minuten Briefing vor dem Start verhindern die meisten Missverständnisse:
- Route, Pausen und Ziel kurz vorstellen
- Guide und Schlussfahrer benennen
- Formation und Abstände erklären
- Handzeichen absprechen, etwa für Tankbedarf, Gefahr auf der Fahrbahn oder Pause
- Was passiert, wenn jemand den Anschluss verliert?
- Telefonnummern austauschen, Notfallkontakte klären
Unterwegs: Formation und Abstand
Versetzt fahren auf geraden Strecken
Auf geraden Abschnitten fährt die Gruppe meist versetzt: Der Guide links in der Fahrspur, der Nächste rechts, dann wieder links und so weiter. So hat jeder mehr Sicht nach vorne und genug Platz zum Ausweichen. Wichtig ist der Abstand zum direkt vorausfahrenden Motorrad auf derselben Seite – er muss für eine Notbremsung reichen.
In Kurven hintereinander
In kurvigen Abschnitten löst sich die versetzte Formation auf. Jeder fährt seine eigene Linie, mit ausreichendem Abstand, und niemand lässt sich vom Vordermann zu einem Tempo verleiten, das sich nicht gut anfühlt.
Jeder fährt sein Tempo
Der wichtigste Grundsatz: Niemand muss mithalten. Gerade unerfahrene Fahrer fühlen sich in der Gruppe unter Druck. Der Guide passt das Tempo an, und es ist ausdrücklich in Ordnung, Abstand entstehen zu lassen.
Das Ecken-System: niemand verfährt sich
Bei größeren Gruppen hat sich das sogenannte Ecken- oder Markierer-System bewährt: Biegt der Guide ab, hält der Fahrer direkt hinter ihm an der Abzweigung an einer sicheren Stelle und zeigt den Folgenden den Weg. Erst wenn der Schlussfahrer vorbeikommt, reiht sich der Markierer vor ihm wieder ein. So kann die Gruppe auseinanderziehen, ohne dass jemand an einer Kreuzung rätseln muss. Voraussetzung ist, dass alle das System kennen – also gehört es ins Briefing.
Wenn etwas passiert
Bei einer Panne hält der Schlussfahrer an, die Gruppe sammelt sich an der nächsten sicheren Stelle. Bei einem Unfall gilt: Unfallstelle absichern, Notruf 112, Erste Hilfe leisten. Ein Erste-Hilfe-Set, Warnweste und geladenes Handy gehören auf jede Tour. Ein aufgefrischter Erste-Hilfe-Kurs schadet niemandem, der regelmäßig in der Gruppe fährt.
Ausfahrten mit RideCrew planen
Mit einem Event auf RideCrew stehen Treffpunkt, Uhrzeit, Teilnehmerliste und Wetter an einem Ort. Für feste Gruppen lohnt sich eine Crew mit eigenem Chat, in dem Route und Briefing schon vorher besprochen werden. Und wer neu in der Gegend ist, findet über Discover Leute, die ähnliche Strecken fahren.